Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Halver

Eine Straße in Halver mit Gehweg und Radweg, was eher eine Seltenheit ist

Der Modal Split beschreibt die prozentuale Verteilung der unterschiedlichen Verkehrsmittel in einer Stadt. Das Auto liegt in Halver eindeutig vorn! © Martin Donat

Masterplan Radwegenetz Märkischer Kreis: Fortschritte und Herausforderungen

Der Masterplan Radwegenetz Märkischer Kreis zielt auf ein verbessertes Radwegenetz ab. Welche Fortschritte wurden erzielt, und welche Herausforderungen bestehen noch? Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen.

Der „Masterplan Radwegenetz Märkischer Kreis“ wurde 2022 ins Leben gerufen, um die Infrastruktur für Radfahrer in der Region zu verbessern. Ziel ist ein sicheres, durchgehendes Netz für Alltags- und Freizeitradler. Doch wie sieht es mit der Umsetzung aus? Welche Fortschritte wurden erzielt, und wo gibt es noch Hindernisse?
 

Was steckt hinter dem Masterplan?

Der Masterplan wurde 2022 mit dem Ziel entwickelt, den Radverkehr sicherer und attraktiver zu gestalten. Beantragt hatten das damals die Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/die Grünen, FDP, UWG und DIE LINKE. Geplant sind neue Radwege, Lückenschlüsse und bessere Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr. Mit einer Investition von 149 Millionen Euro soll das Radwegenetz nachhaltig gestärkt werden.

Darüber hinaus enthält der Masterplan Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Dazu gehören beispielsweise eine bessere Trennung von Fahrrad- und Autoverkehr sowie eine optimierte Beschilderung. Besonders wichtig ist die Schaffung von Radpendlerstrecken, die es ermöglichen, größere Distanzen sicher und komfortabel zurückzulegen.

Ein weiteres zentrales Element des Plans ist die Förderung von E-Bike-Infrastrukturen. Angesichts des wachsenden Trends zur Elektromobilität sollen verstärkt Ladestationen eingerichtet und bestehende Wege für schnelle E-Bikes optimiert werden. Zudem sollen Abstellanlagen für Fahrräder an Bahnhöfen und zentralen Orten erweitert werden, um eine bessere Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln zu gewährleisten.
 

Die Rolle der Stadt Halver

Bereits 2021 trat die Stadt Halver dem „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ bei. Bürgermeister Michael Brosch betonte damals: „Wir möchten eine nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität fördern und den Radverkehr stärker in den Fokus rücken.“ In den darauffolgenden Jahren wurden verschiedene Konzepte entwickelt, um dieses Ziel zu erreichen. Doch wie viel davon wurde tatsächlich umgesetzt?

Während anfangs große Hoffnungen bestanden, blieben viele der geplanten Maßnahmen hinter den Erwartungen zurück. Der ADFC Halver brachte immer wieder Vorschläge ein, um die Umsetzung zu beschleunigen – viel passiert ist unterdessen nicht.
 

Ernüchternde Bilanz: Was wurde bisher erreicht?

In Halver wurden einige Maßnahmen für den ÖPNV und die Umgestaltung der Innenstadt realisiert. So wurden Busverbindungen verbessert und neue Konzepte für die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt eingeführt. Ein kurzes Stück Fahrradstraße wurde installiert, um erste Verbesserungen für Radfahrer zu schaffen.

Dennoch bleibt die Umsetzung vieler Maßnahmen auf der Strecke. Ein sicherer und durchgehender Schülerradweg fehlt nach wie vor. Eltern kritisieren immer wieder die unsichere Radverkehrsinfrastruktur für Kinder, besonders auf Schulwegen. Der Masterplan schlägt zwar Projekte vor, wie durchgehende Radverbindungen zwischen den Stadtteilen und sichere Abstellmöglichkeiten. Diese wurden bisher aber kaum umgesetzt.

Darüber hinaus gibt es immer wieder Diskussionen über die Finanzierung der Maßnahmen. Es fehlt an konkreten Zeitplänen und Maßnahmenpaketen, um die notwendigen Schritte zeitnah zu realisieren.
 

Neuer Schwung durch den runden Tisch

Raphael Jolly, der neue Radverkehrsbeauftragte, hat mit der Einladung zum „runden Tisch“ frischen Wind in die Diskussion nach Lüdenscheid gebracht. Der ADFC Halver war ebenfalls vertreten und konnte seine Anliegen vorbringen. Ergebnis: Der Kreis will das Feedback der aktiven Radler nutzen und gemeinsam Verbesserungen vorantreiben.

Der runde Tisch soll als Plattform für den Austausch zwischen Kreis und ADFC-Ortsgruppen dienen. Es geht um eine grundsätzliche Strategie für die Verbesserung der Infrastruktur für Radler im Märkischen Kreis – nicht nur um einzelne Maßnahmen. Erste Gespräche zeigen, dass sowohl Politik als auch Verwaltung mittlerweile stärker auf die Bedürfnisse der Radfahrer eingehen wollen.

Der ADFC Halver setzt sich dafür ein, dass dabei konkrete Maßnahmen entstehen, die dann auch zeitnah umgesetzt werden. Die nächsten Monate werden zeigen, ob dieser neue Dialog tatsächlich zu spürbaren Veränderungen führt.
 

Fazit: Der Weg ist noch weit

Die bisherigen Umsetzungen sind eher verhalten. Die geplanten Verbesserungen des Masterplans sind noch nicht in Sicht. Dennoch gibt es Hoffnung: Der Dialog ist wieder gestartet, und der ADFC Halver bleibt dran. Um echte Veränderungen zu bewirken, braucht es eine starke Stimme.

Mitmachen! Wer sich sichere Radwege wünscht, sollte sich engagieren! Unterstützt die Arbeit des ADFC, nehmt am Stadtradeln oder an der Critical Mass teil. Besucht außerdem die monatliche ADFC-Sitzung, die jeden zweiten Montag im Monat um 18 Uhr im Bürgerzentrum Halver stattfindet. Je sichtbarer wir sind, desto größer die Chance auf eine bessere Radinfrastruktur!
 

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https://halver.adfc.de/artikel/masterplan-radwegenetz-maerkischer-kreis-fortschritte-und-herausforderungen

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